Häufige Fragen, Hintergründe & Ziele

Hintergrund & Ziele

Hier findet ihr die Hintergründe & Ziele und Fragen (FAQ), die der Träger auf seiner Petitions-Website veröffentlicht hat mit unseren Antworten.

Hintergründe, Ziele und FAQ des Trägers >

Der Boulderraum ist viel zu klein

Das stimmt natürlich. Abhilfe könnte aber auch eine kleinere Halle schaffen, die sich in den Bestand integriert. Derzeit sind ja 1.300 m² Indoor-Fläche geplant, der großzügige Boulderraum in Freimann hat nur 800 m².
Zusätzlich könnte man im Outdoor-Bereich mehr kurze, dynamische Boulder anlegen für diejenigen, die sich mit den Traversen der heutigen Außenanlage nicht anfreunden können.
Oder man baut eine Halle an einem besser geeigneten Standort in der Nähe, das würde auch das Problem des enormen Parkplatzdrucks lösen.
Vielleicht kann man den unteren Boulderraum auch so umbauen, dass die Verletzungsgefahr bei Überfüllung kleiner wird.

Nachhaltigkeit

Energiemanagement mit Photovoltaik, Wärme­pumpe und Blockheizkraftwerk

Gute Idee. Noch nachhaltiger wäre, keine Halle zu bauen. Eine Freianlage – mit etwas mehr Grün – hat bereits die optimalen klimatischen Bedingungen und braucht kein Belüftungs- oder Klimatisierungssystem.
Photovoltaik könnte man evtl. auch auf der Dachfläche der 1. Halle unterbringen.

Vielleicht sollte sich der DAV lieber darauf konzentrieren, sich von den zahlreichen Boulderhallen mit einer einzigartigen Outdoor-Anlage abzusetzen. Er könnte damit auch gleich ein Zeichen setzen für echten Naturschutz und gegen weiteren Flächenverbrauch. Denn Klettern, Bouldern und Spielen im Freien weckt das Interesse an der Natur viel mehr, als den Sport immer weiter nach drinnen zu verlagern.

Gehen durch das Projekt Grünflächen verloren?

Neu-Versiegelung durch geplanten Neubau
Neu-Versiegelung durch geplanten Neubau

Es ist richtig, dass die geplante Halle auf dem Areal der Beton-Freianlage realisiert werden soll und sich dort wenig Grün befindet.

Schlichtweg falsch ist, dass die Fläche weitgehend versiegelt ist. Versiegelt ist eine Fläche auf der kein Wasser mehr sickern kann, das Wasser müsste also in die Kanalisation abgeführt werden. Gullis o.ä. sind jedoch nirgends auf dem Gelände.

Neben der nicht versiegelten Kiesfläche soll auch der Bereich der Freitreppe an der alten Halle überbaut werden. Im restlichen Freibereich auf der Ostseite sollen (bis auf den Spielplatz)  Moosgummi-Matten verlegt werden.

Gegen das Grau des Betons braucht es keine Halle mit begrüntem Dach, man könnte auch die vorhandene Freianlage mehr begrünen.

Außerdem begründet die Lokalbaukommision ihre Ablehnung wie folgt:

„Bereits […] die 2. Erweiterung in 2010 wurde aufgrund des erneuten Flächenverbrauchs […] und der städtebaulich-grünordnerischen Belange […] kritisch gesehen. […] Durch die geplante dritte Halle, sind erneut Eingriffe in Natur und Landschaft, den Hangbereich und das kartierte Biotop verbunden, die mangels Fläche nur zu 20 % […] ausgeglichen werden können. Es ist mit Auswirkungen auf das Klima (Nähe Frischluftschneise), Wasser (hoch anstehender Grundwasserstand), Landschaftsbild und den Artenschutz zu rechnen; die Bauabwicklung würde zusätzlich zu Eingriffen in den Baumbestand führen.“

Wird die Frischluftschneise durch den Neubau beeinträchtigt?

Querschnitt - Vergleich Höhe geplanter Neubau /Beton-Freianlage
Querschnitt – Vergleich Höhe geplanter Neubau /Beton-Freianlage

Die geplante Halle ist mit einer durchgehenden Höhe von 13.75 m auf einer Länge von 60 m deutlich höher und massiver als die heutige Freianlage. Nur der höchste Turm hat 12 m, die Stützwände und die übrigen Türme sind maximal 10 m hoch.

Des Weiteren ist die Außenanlage laut Stadtklimaanalyse der Landeshauptstadt München von 2014 eine „Freifläche von bioklimatisch sehr hoher Bedeutung“. Daraus ergibt sich „eine Empfindlichkeit gegenüber einer Nutzungsintensivierung“ (vgl. S. 47/48).

Abgesehen davon sind Frischluftschneisen grundsätzlich von Bebauungen freizuhalten.

In der Sendlinger Bürgerversammlung am 24.10.19 machte der Vertreter der Lokalbaukommission noch einmal deutlich, warum diese Halle nicht genehmigungsfähig ist: Es handelt sich um einen Außenbereich (§35, Abs. 2 BauGB) , der grundsätzlich von Bebauungen freizuhalten ist. Folglich gilt hier der Flächennutzungsplan. Der Träger hat bereits bei der letzten Erweiterungen zu groß gebaut. Wenn nun auch noch diese 3. Halle gebaut würde, würde der gesamte Bereich bis zur Isar rechtlich gesehen zu einem Innenbereich. D.h. wenn die Stadt hier eine weitere Halle genehmigt, kann das das Ende der Frischluftschneise bedeuten. Mit welchem Recht kann man dann noch weitere Gebäude in dieser oder ähnlichen Zonen verhindern?

Wäre es sinnvoller, die bestehende Beton-Freianlage zu erhalten und zu verbessern?

Unbedingt! Die alte Beton-Freianlage könnte mit ein bisschen guten Willen wieder attraktiver gemacht werden. 2009 war die Anlage auch aus Sicht des Trägers noch Kult:

© TripleFGmbH, Kletterzentrum München

Der aktuelle Trend zeigt zwar, wie beliebt Klettern an Kunststoff-Volumen und bunten Griffen ist (das ist wohl gemeint mit klettersportlichen Anforderungen). Dem Klettern am Fels entspricht das allerdings wesentlich weniger als die Betonwände mit ihren felsähnlichen Strukturen, an denen man immer wieder neue Griff- und Trittkombinationen entdecken kann. Dafür ist der beliebte Schrein ein gutes Beispiel.

Beton-Türme Kletteranlage Thalkirchen
Beton-Türme

Intensive Bemühungen, die Betonwände wieder attraktiver zu machen, können wir leider nicht erkennen. Seit Jahren hängen die alten Volumen zwischen den Türmen, an den strukturlosen Wänden fehlen die Griffe und auch das beliebte Trampolin ist verschwunden. Außerdem bringen viele Kletterer keine Expressen mehr mit, weil man sie den übrigen Wänden der Anlage nicht mehr braucht.

Es ist ja berechtigt, dass zusätzliche Bouldermöglichkeiten gewünscht werden, die bei schlechten Wetter nutzbar sind. Es gibt aber auch viele, die an schönen Tagen lieber draußen sind. Windgeschützte, südlich ausgerichtete Wände wie der Schrein zeigen, dass eine ganzjährige Nutzung auch ohne Halle möglich ist.

Es wäre auch möglich, einen kleineren eingeschossigen Indoor-Bereich zum Bouldern zu integrieren, Teile zu überdachen oder Boulderblöcke anstelle der Türme zu bauen.

Weitere Ideen >

Werden Bäume gefällt?

Laut dem Vertreter der LBK würden vier Bäume gefällt und zwei weitere wären während der Bauphase gefährdet. Neben dem Ahorn und Kirschbaum auf der Westseite müssen auch die Bäume und Stäucher am Schrein weichen. Wo bis zu 10 neue Bäume Platz finden sollen, geht aus den Plänen des letzen Bauantrags nicht hervor, dort sind nur 5 Ersatzbäume eingetragen.

Gibt es Lösungen bezüglich der Parkplätze?

Leider nein.

Auch wenn für den Parkplatz der Kletterhalle Ende 2020 eine Parkscheibe eingeführt wird und die umliegenden Straßen in ein Anwohnerparkgebiet umgewandelt werden, wird sich das Problem gerade bei schlechtem Wetter weiter verschärfen.  Schließlich rechnet der Träger durch die geplante Halle mit einem 30%-Zuwachs an Besuchern.

Der Versuch, mehr Stellplätze unterzubringen, wird kaum funktionieren. Der Stellplatznachweis des letzten Bauantrags zeigt 18 Stellplätze à 2.30 m Breite, obwohl dort heute maximal 16 PKWs und Camping-Busse parken. Empfohlen wird heute eine Stellplatzbreite von 2.50 m.

Wie kann man die Anlage noch attraktiver für Radfahrer machen?

Mehr Fahrrad-Stellflächen wären gut und jetzt schon nötig. Ob eine E-Bike-Ladestation hilft, wagen wir zu bezweifeln. Leider finden zu viele Besucher gute Gründe, mit dem Auto anzureisen – aus Zeitgründen, weil die öffentliche Anbindung aus dem Umland v. a. abends und am Wochenende nicht gut genug ist, das Wetter zu schlecht ist…

Gibt es durch den Neubau weiterhin gute Outdoor-Möglichkeiten?

Nach der Modernisierung würde es weniger Fläche zum Bouldern an der frischen Luft geboten, obwohl doch das Ziel mehr Boulderfläche ist. An der Westwand des Neubaus entsteht auf der jetzt schon bestehenden Fläche ein überdachter 40 m langer Outdoor-Boulderbereich mit Traversen. Dieser Bereich liegt im Schatten und wird durch die Überdachung zwar bei Regen nutzbar, aber deutlich dunkler als heute. Der „Schrein“ mit seiner optimalen Lage und den einmaligen Betonstrukturen soll ersatzlos gestrichen werden.

Geplant sind

  • 270 qm Bouldern an der Westseite (40 m Traverse, 4,5 m hoch)
  • 430 qm Klettern an der Außenwand zum Fußballplatz auf der Ostseite

Im Vergleich zu heute
(lt. Website des Trägers)

  • gingen 200 m² Kletterfläche an der 1. Halle (Nordwand) verloren
  • gingen 1.600 m² Kletterfläche an den Betonwänden verloren
  • gingen 450 m² Bouldern im Freien verloren (plus die übrigen Betonwände, die von einigen auch als Traversen verwendet werden.)

Erneuerung Kinderspielplatz

Gute Idee, nur leider wird der Spielplatz deutlich kleiner als heute.

In den aktuellen Eingabeplänen fehlen Schaukel, Sandkasten, Rutsche, Trampolin und Slackline. Im Werbeflyer werden statt dessen gemütliche Sitzgruppen, Wippe, Trampolin und Slackline angepriesen. Wo diese untergebracht werden sollen, geht aus den Plänen nicht hervor.

Außerdem wäre der Spielplatz abgetrennt vom geplanten Boulderbereich an der Westseite.

Sonstige Freiflächen blieben durch die Größe der Halle nicht.

Outdoor-Übungsklettersteig, Sturzstand

Kann man machen, aber dafür braucht man keine Halle. Die Betonanlage wäre dafür genauso geeignet.

Neue Kletterwände

An der Ostseite des Neubaus entstehen Outdoor rund 430 m2 Kletterwände mit sanften Neigungen für Familien, Kurse und Breitensportler. Im Vergleich zu heute gingen 1.800 m2 Kletterfläche verloren – s. o. Outdoor-Möglichkeiten.

Wird die Anlage durch die Modernisierung barrierefrei zugänglich sein?

Geplanter Neubau, barrierefreier Zugang
Geplanter barrierefreier Zugang

Die dritte Halle soll einen Aufzug erhalten, der die beiden Hauptebenen der Kletteranlage verbindet. Damit sei laut Träger die gesamte Halle barrierefrei. Nach aktueller Planung wäre die untere Hauptebene jedoch nur über den Außenbereich auf der Ostseite verbunden. Statt des Kieses sollen im gesamten Außenbereich (bis auf den Spielplatz) Moosgummi-Matten verlegt werden. Auch der Außen-Boulderbereich auf der Westseite wäre nach aktueller Planung nicht barrierefrei, sondern nur über Treppen erreichbar.

In unseren Augen gäbe es ein besseres Konzept. Ein Aufzug könnte z.B. bei den bestehenden Treppenhäusern (Halle 1 und 2) nachgerüstet werden. Dann wäre die gesamte Anlage barrierefrei – auch der obere Trainingsbereich und die Büros. Bei dieser Lösung könnten auch die beiden Bäume verschont bleiben und es müsste etwas weniger Fläche überbaut werden.

Barriererfreier-Zugang als PDF >

Sehr bedauerlich ist auch, dass beim Bau der 2. Halle 2010 die Barrierefreiheit vergessen wurde, es wäre ein Leichtes gewesen, einen Aufzug und Rampen einzuplanen. Den Verein „Ich will da rauf“ gibt es übrigens schon seit 2008, ganz zu schweigen vom Behindertengleichstellungsgesetz, das bereits 2002 in Kraft getreten ist. Jetzt wird die Barrierefreiheit dafür instrumentalisiert, eine weitere Halle zu rechtfertigen.

Wieviel kostet das Projekt und wie wird es finanziert?

Die ursprüngliche Schätzung lag lt. einem Mitglied des Trägers in 2017 bei 3,5 Millionen Euro. Im Sommer 2018 lag sie bei 5,8 Millionen Euro.

Die Finanzierung setzt sich aus Eigenmitteln, Fremdmitteln (Hausbank), einem Zuschuss der Landeshauptstadt München und des DAV Bundesverbands zusammen.

Werden die Eintrittspreise in der nächsten Zeit steigen?

Eine Erhöhung der Eintrittspreise ist nach derzeitigem Stand (01.09.2019) nicht vorgesehen. Sie wurden ja auch zum 01.08.2019 erhöht.

Steigt der DAV-Mitgliedsbeitrag dadurch?

Die 21 kleineren Sektionen sind nur bedingt wirtschaftlich unabhängig, sie haben keine Mehrheit im Trägerverein der Kletteranlage. Die beiden großen Sektionen München und Oberland verfügen lt. Satzung des Trägers über 50% der Stimmen. Im September 2018 stimmten die Mitglieder in einer außerordentlichen Versammlung darüber ab, ob die Sektionen einspringen, falls die noch nicht bewilligte Förderung durch die Stadt ausbleibt oder sich verzögert. Zwei kleine Sektionen haben dagegen gestimmt.